Aktuelles

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

die Niedrigwassersituation ist immer noch problematisch. Der etwas nassere und kühlere Witterungsabschnitt zum Augustende kann die Niedrigwasserlage nicht grundlegend ändern. Der Dürreindex der letzten 90 Tage klassifiziert Oberfranken als extrem trocken. Erfahrungsgemäß nimmt in langen Trockenperioden der Nutzungsdruck auf Fließgewässer durch Anlieger und Eigentümer von Gewässergrundstücken zu. Wasserentnahmen zur Bewässerung sind in der aktuellen und zukünftigen Situation durch den Anliegergebrauch aber nicht mehr abgedeckt und daher unzulässig. Allerdings ist das entweder nicht bekannt oder es wird ignoriert. Es besteht (immer noch) das Risiko, dass durch Wasserentnahmen mittels Schlauchleitungen Gewässer III. Ordnung, teilweise sogar Abschnitte von Gewässern II. Ordnung trocken fallen.

 

Wir bitten daher, die Gemeinden und Bürger in Ihrem Zuständigkeitsbereich auf die rechtlichen Vorgaben und Voraussetzungen hinzuweisen  und ggf. Verstöße konsequent zu ahnden.

 

Mit freundlichen Grüßen


Regierung von Oberfranken
Sachgebiet 55.1
Ludwigstr. 20
95444 Bayreuth

  

Wasserentnahmen aus Oberflächengewässern (Flüsse, Bäche, Gräben, Seen und Teiche) haben gesetzliche Grenzen – beim Gartengießen und Bewässern auch an den Gewässerschutz denken!

Im Hinblick auf den extrem trockenen Sommer sind –trotz der jüngsten Regenfälle – nach wie vor unzulässige Wasserentnahmen aus Oberflächengewässern, insbesondere zu Bewässerungszwecken bzw. zum Gartengießen, zu erwarten.

 

Es gilt zu berücksichtigen, dass die in den Gewässern lebenden Tiere und Pflanzen, die ohne Wasser nicht überleben können, vom Austrocknen bedroht sind. Insbesondere bei der Wasserentnahme aus kleinen Bächen und Gräben ist schnell die Grenze überschritten, bei der für die Lebewesen im oder am Gewässer nichts mehr übrig bleibt und dadurch große Schäden angerichtet werden.

 

Das Landratsamt weist deshalb im Interesse des Gewässerschutzes auf die bestehende Rechtslage hin:

 

Das Entnehmen von Wasser aus oberirdischen Gewässern (Flüsse, Bäche, Gräben, Seen und Teiche) bedarf nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen grundsätzlich einerwasserrechtlichen Gestattung, die vorher beim Landratsamt zu beantragen ist (vgl. § 9 Abs. 1 Nr. 1, § 8 Abs. 1 des Wasserhaushaltsgesetzes – WHG).

 

Ausnahmen von dieser generellen Erlaubnispflicht bestehen nur in engen Grenzen, das heißt nur dann, wenn die Wasserentnahme noch unter den sogenannten Gemeingebrauch bzw. den Eigentümer- oder Anliegergebrauch am Gewässerfällt.

 

 

1.  Gemeingebrauch

 

Der Gemeinverbrauch steht grundsätzlich jedermann zu. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die erlaubnisfreie Wasserentnahmenur durch Schöpfen mit Handgefäßen (also nur in geringen Mengen) erfolgen darf (vgl. Art. 18 Abs. 1 Bayerisches Wassergesetz – BayWG).

 

Eine Entnahme mittels Entnahmeleitung mit oder ohne Pumpe ist im Rahmen des Gemeingebrauchs lediglich aus Flüssen mit größerer Wasserführung undauch dort nur in geringen Mengen für das Tränken von Vieh und den häuslichen Bedarf der Landwirtschaft möglich, eine Feldbewässerung (außerhalb der Hofstätte) scheidet jedoch aus.

 

 

2.  Eigentümer- und Anliegergebrauch

 

Im Rahmen des Eigentümergebrauchs an einem oberirdischen Gewässer (vgl. § 26 WHG) darf Wasser für den eigenen (auch landwirtschaftlichen) Bedarf nur dann entnommen werden, wenn dadurch keine nachteiligen Veränderungen der Eigenschaften des Wassers, keine wesentliche Verminderung der Wasserführung, keine andere Beeinträchtigung des Wasserhaushaltes und keine Beeinträchtigung (d. h. tatsächliche und spürbare Behinderung) anderer (z. B. Inhaber von Rechten und Befugnissen, Gemeingebrauchs- und andere Anliegergebrauchsausübende) zu erwarten ist.

 

Bei anhaltender Trockenheit – wie in diesem Sommer - und entsprechend niedrigen Wasserständen haben jedoch bereits geringfügige Wasserentnahmen nachteilige Auswirkungen auf die Gewässerökologie v. a. in den kleineren Gewässern (Fischsterben, trockenes Bachbett), so dass die Wasserentnahme nicht mehr vom Eigentümer- bzw. Anliegergebrauch gedeckt ist.

 

Diese Einschränkungen gelten im vollen Umfang auch für den Anliegergebrauch. (Anlieger = Eigentümer der an oberirdischen Gewässer angrenzenden Grundstücke und die zur Nutzung der Grundstücke Berechtigten).

 

Ein Anliegergebrauch an Bundeswasserstraßen oder sonstigen Gewässern, die schiffbar oder künstlich errichtet sind, ist grundsätzlich ausgeschlossen.

 

Weiterhin sind Einbauten jeder Art im Gewässer, die zum Zwecke des Aufstauens ohne vorherige Gestattung errichtet wurden, in jedem Falle unerlaubt und müssen beseitigt werden.

 

Das Landratsamt bittet daher um größte Zurückhaltung bei der Wasserentnahme in und nach der sommerlichen Trockenperiode. Insbesondere ist die Wasserentnahme bei Niedrigwasser in jedem Fall einzustellen. Mit verstärkten Kontrollen ist zu rechnen.

 

Verstöße gegen die wasserrechtlichen Vorschriften können als Ordnungswidrigkeiten mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden. Darüber hinaus müsste das Landratsamt zum Schutze des Wasserhaushalts kostenpflichtige Anordnungen erlassen und Zwangsgelder androhen.

 

Ein solches Vorgehen sollte sich jedoch im Interesse aller Beteiligten vermeiden lassen.

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Frostschäden an Wasserzählern vermeiden

 

Bei Frost besteht die Gefahr, dass ungeschützte Hausanschlüsse und vor allem Wasserzähler Frostschäden erleiden.

 

Um eine Beschädigung der Geräte zu vermeiden und die Funktionsfähigkeit der Anlagen zu erhalten, ist es unbedingt erforderlich, die Wasserzähler gegen Kälte zu schützen.

 

Dies betrifft vor allem Wasserzähler, die in Schächten oder in ungeschützten Kellern eingebaut sind.

 

Die Stadtwerke bitten darum, die Schieberkappen für Hausanschlüsse auf den Straßen eisfrei zu halten, damit notfalls die Absperrung der entsprechenden Hausanschlüsse schnell erledigt werden kann.

 

Diese Maßnahmen dienen der Sicherstellung der Versorgung mit Trinkwasser, auch bei Frostgefahr.

 

Die Stadtwerke Marktredwitz bitten um die Unterstützung der Bürger und erteilen bezüglich der notwendigen Wärmeisolierung gerne Auskunft.

 

 

Stadtwerke Marktredwitz

Böttgerstraße 12

95615 Marktredwitz

Tel.Nr. 09231/9609-0

FAX-Nr. 09231/9609-33

Email:stadtwerke@marktredwitz.de