Castelfranco Emilia


(Provinz Modena, Italien)
 
2012: 15 Jahre Städtepartnerschaft Castelfranco Emilia - Marktredwitz

Die Gemeinde Castelfranco hat 32.000 Einwohner, die Stadt selber 19.000 und liegt an der berühmten von Römern erbauten Straße „Via Emilia“, die der ganzen Region um Bologna den Namen gegeben hat: Emilia-Romagna.

Der Name Castelfranco kommt von einer festungsartigen Anlage aus dem Mittelalter. Im 13. Jahrhundert hat die Gemeinde Bologna beherrschende Familie Visconti an der Straße „Via Emilia“ eine vorgelagerte Festung gebaut, um Angriffe vor allem seitens Modena abzuwehren. Es handelte sich um eine viereckige Anlage mit je einem Turm an jeder Ecke. Das Beiwort ‘franco’ geht auf 'frei, unbehelligt' zurück. Verfolgten konnte die Festung Schutz gewähren.
Nachdem Castelfranco im Jahr 1506 Teil des Kirchenstaates geworden war, wurde 1628 von Papst Urbano VIII Barberini eine grandiose Festung erbaut (wenige Meter vom Schloss entfernt), die heute als Gefängnis dient. Um sie zu erbauen wurden die Türme und die Stadtmauer abgerissen. 1796 rissen Napoleons Truppen einen Teil der Festungsmauern ein.
In Castelfranco ist ein berühmtes Bild von Guido Reni mit dem Namen „L’Assunta“ („die Heilige Jungfrau“) aus dem Jahr 1627 erhalten, das in der Kirche Santa Maria aufbewahrt wird. Im Jahr 1927 ging Castelfranco von der Provinz Bologna zu der Modenas über.
Die Stadt hat auch ein großes Krankenhaus und eine Einrichtung für Behinderte und wurde mit der Silbermedaille für den Widerstand gegen den Nazismus und Faschismus ausgezeichnet.

Die Gemeinde hat große Vororte, darunter Piumazzo (5.000 Einwohner), Gaggio, Manzolino und Cavazzona (mit je 2.000 Einwohnern). An Schulen hat die Gemeinde Castelfranco zwei Realschulen, sechs Grundschulen, acht Kindergärten, fünf Kinderkrippen und eine Scuola Superiore die zum Abitur führt, also unserem Gymnasium vergleichbar. Der Spezialisierung der Gymnasien in Italien entsprechend handelt es sich um ein „Liceo della Agricoltura“, ein Gymnasium mit landwirtschaftlichem Schwerpunkt.

Verkehrsmäßig ist die Stadt sehr gut erschlossen, parallel zur Via Emilia (heute zur Staatsstraße SS 9 ausgebaut) verläuft die wichtige Autobahn Turin - Mailand - Bologna - Florenz - oder Ancona - Bari, die 'Autostrada Nr. 1'. Man erreicht Castelfranco über die Ausfahrt Modena-Süd oder wenn man von Osten kommt: Ausfahrt Bologna Panigale. Außerdem liegt es an der Hauptbahnstrecke Mailand - Bologna.

Von Castelfranco aus ergeben sich viele Ausflugsmöglichkeiten:
Bologna (25km), Modena (13 km) oder in das mit Weinbergen überzogene Hügelvorland der Apenninen um Vignola (15 km). Außerdem kann man auf Autobahnen das Meer bei Ravenna und Rimini sowie die Städte Florenz und Mailand in 1 bis 1,5 Stunden leicht erreichen. Die Autobahn nach Rimini z.B. wird jetzt 6spurig ausgebaut!

Es ist eine sehr saubere Stadt mit breiten Straßen und gut ausgebauten Gehsteigen. An der Hauptstraße liegen die zahlreichen Geschäfte hinter malerischen, in Italien üblichen Bogengängen. Es gibt viele Gaststätten, in denen man sehr gut essen kann: 'alla Bolognese'.

Besonders schön sind die vom Verkehr abgelegenen Plätze (Piazza della Vittoria) und Straßen, z.B. zum Bahnhof, mit Baumreihen und Gartenanlagen um das Rathaus. Es gibt hier natürlich auch alle Einrichtungen wie Stadtkapelle, Chöre und Sportvereine aller Disziplinen. Jedes Jahr findet in der zweiten Septemberwoche das 'Festa del Tortellino' statt.

Von den wirtschaftlichen Verhältnissen ist zu berichten, dass es hier wenig Arbeitslose gibt. Die Stadt liegt im fruchtbarsten Gebiet Italiens. Hier ist kaum ein Quadratmeter unbebaut. Es wächst der berühmte Hartweizen, es werden verschiedene Rebsorten angebaut, aus denen zum Beispiel der Wein 'il Bianco di Castelfranco' und der Rotwein Lambrusco hergestellt werden. Außerdem werden Artischocken, Tomaten, Bohnen, Zwiebeln usw. auf den Feldern rund um Castelfranco angebaut. Gute Abnehmer sind die nahen Großstädte.
Hier ist auch das Gebiet der berühmten Käsesorte Parmigiano Reggiano.

Daneben gibt es noch viele andere Betriebe: Ziegelwerke, Maschinenbau, Möbel- und Textilindustrie. Ganz in der Nähe befinden sich das Zentrum der italienischen Fliesenindustrie (Sassuolo) und die Ferrari-Autofabriken.



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