Sonderausstellung im Egerland-Museum

Großes Theater auf kleiner Bühne - Alte Marionetten aus Böhmen

 

Historische Marionetten und Marionettentheater gelten schon immer als Spiegel der Gesellschaft. Zentren der Herstellung lagen insbesondere in Böhmen. Über Grenzen hinweg erfreuten Wandermarionettenspieler in den vergangenen Jahrhunderten ein großes Publikum. Besonders im 19. und 20. Jahrhundert eroberten böhmische Marionetten, die schließlich in großer Stückzahl in einer Art Hausindustrie hergestellt wurden, auch private Haushalte. Gezeigt werden zahlreiche originale Marionetten, Marionetten-Bühnen und Kulissen..

 

Über 250 historische Marionetten und viele Bühnenaufbauten aus Böhmen bilden einen  Grundstock für diese facettenreiche Sonderausstellung. Die Exponate stammen aus der umfangreichen Marionettensammlung von Anita und Hartmut Naefe aus Viechtach. Die Ausstellung nimmt Bezug auf die Geschichte des Wander-Marionettenspiels, die klassischen Bühnenstücke und die große Spannweite der Marionetten und Bühnenaufbauten aus Böhmen und zum Teil aus Bayern. Mit Aufführungen von Klassikern der Literatur und Opernwelt traten Wanderspieler mit ihren größeren Bühnen vor allen sozialen Schichten und Altersgruppen auf. Die mittlere Bühnengröße diente als Tischbühne für Schulen. Die kleinsten Bühnen standen als Privattheater zu Hause bei begüterten Familien. Das Figurenrepertoire umfasste sowohl die "klassischen" Figuren wie Königspaar, Hofvolk, Don Juan, Oma und Opa, Kasperl und Hofnarr, als auch viele mystische Figuren wie Zauberer, Tod, Teufel und grimmige Wassergestalten.

 

Die Ausstellung widmet sich in einem weiteren Teil den legendären Figuren Spejbl und Hurvínek. Sie sind die zwei weltberühmten Marionettendes tschechischen Puppenspielers Josef Skupa. Vater Spejbl wurde 1919 vom Pilsner Holzschnitzer Karel Nosek nach Vorlagen Skupas gefertigt. Sein Neffe Gustav Nosek verewigte sich ab 1926 in der Geschichte des Marionettentheaters. Er schuf den kleinen Gegenspieler und Sohn von Spejbl, den spitzbübischen Hurvínek. An dieser Marionette versuchte sich Nosek mit technischen Finessen. Hierzu gehören die beweglichen Augen, die der Figur den richtigen Ausdruck eines Schlingels verleihen, der das Publikum in aller Welt wortwörtlich verzaubert. Gustav Nosek übersiedelte 1945 nach Zwodau (Svatava) bei Falkenau. Schließlich wohnte er ab 1960 in Eger/ Cheb. Ab dieser Zeit gesellten sich weitere Figuren hinzu. Ihr besonderes Merkmal sind die typischen rollenden Augen. Das Regionalmuseum Eger (Muzeum Cheb) stellt aus seinen Beständen einzigartige und wertvolle Marionetten von Gustav Nosek, darunter das bekannte Insektenorchester, als Leihgaben zur Verfügung.
 
Großes Theater auf kleiner Bühne - Alte Marionetten aus Böhmen

 

Eine Sonderausstellung des Egerland-Museums

vom 13.10.2017 bis 18.03.2018

in Kooperation mit dem Regionalmuseum Eger (Muzeum Cheb).

 

Eröffnung am 12.10.2017, um 19.00 Uhr im Egerland-Kulturhaus Marktredwitz,

Fikentscherstraße 24, 95615 Marktredwitz

Telefon: 09231/3907

info@egerlandmuseum.de

www.egerlandmuseum.de

 

Das grenzüberschreitende Ausstellungsprojekt wird gefördert durch:

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