Anfrage zum Thema der Seite Druckansicht öffnen Diese Seite weiterempfehlen

Teil 13 - Zielsicher mit Flinten und Musketen



Aus dem Archiv von Eger ist ersichtlich, daß der Schützenverein im Jahre 1551 aus der aufgelösten Schützenkompanie entstanden ist. Tatsächlich muß jedoch schon früher zwischen Eger und Redwitz Schießbetrieb bestanden haben, denn im Jahre 1542 forderte die Stadt Eger "5 gute Schützen" von Redwitz zum Vergleichsschießen an und erwiderte den Besuch 1549 zu einem Bestschießen mit deutschen Gewehren.

Und keiner konnte wohl genug bekommen, schloß sich doch schon wenig später ein Schießen mit Flinten und Musketen an. Hierbei ließen die Fichtelgebirgler ihre Egerer Kollegen wahrscheinlich recht alt aussehen. Denn 1594, so ist bekannt, wurden zehn weitere Redwitzer Schützen für 14 Tage nach Eger zum Schießen abgeordnet, vielleicht um denen mal zu zeigen, wie's denn richtig geht.

Irgendwie trieben es die Herren - vom Erfolg motiviert - dann aber doch etwas zu bunt: Im Laufe der Jahrhunderte gab es immer wieder zwischen der Schützenkompanie und dem Rat von Redwitz Ermahnungen über den Schießbetrieb, sodaß die Auflösung der Schützenkompanie 1797 erfolgte.

Zum Glück aber wurde 1789 schon die Private bürgerliche Schützengesellschaft von einigen Redwitzer Bürgern mit Genehmigung des Magistrats und des Landgerichts Wunsiedel ins Leben gerufen, am Weiherdamm in der Nähe des Marktweihers (Stadtpark) wurde ein hölzernes Schießhaus angelegt. Erst 1830 entstand ein steinernes Schützenhaus.

Drei Jahre später verbot die Regierung den Schießbetrieb wegen "Gefahr des Verkehrs" auf der vorbeiführenden Straße nach Wunsiedel.

Durch diese Umstände verkaufte die Schützengesellschaft das Haus und erwarb 1842 den großen Schulgarten am Galgenberg. Im selben Jahr wurde vom Mauermeister Röder und Zimmermeister Schiebel das Schießhaus errichtet, das unser Bild zeigt.


Teil 13 (Original vom 29. Oktober 1997)
Text und Bilder: Christof Müller
zurück