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Teil 8 - Die fünfte Jahreszeit, Teil II



Die närrische Zeit war nicht nur auf der Straße, sondern auch in Sälen, Gasthöfen und Café's zu finden. So wurde es in der Zeitung oder auf Plakaten an der Litfaßsäule bekannt gegeben: Im Saale des Katholischen Vereinshauses hält heute der Krieger- und Soldatenbund seinen Faschingsball ab. Heute Abend im Café Junker gemütlicher Hausball; Im Bahnhofshotel heute, Samstag, großes Faschings-Weekend des Marine- und Schutztruppenvereins; Der Turnverein Dörflas führt am Samstag zu ihrem Faschingsvergnügen alle Mitglieder in die Hölle und um 20.30 Uhr werden die Teufel losgelassen, zugleich findet am Sonntag-Nachmittag Kindermaskenball statt; Im Götz'schen Saale treffen sich der Turnverein Oberredwitz zum Tanz mit dem Motto "Auf ins schöne Fichtelgebirgsparadies"; Großer Faschingsball des FC Wacker im Kastnerbräusaal. Im Schützenhof hatte der älteste Verein von Marktredwitz sein traditionelles Faschingsvergnügen. Auch in allen nicht genannten Gaststätten und Café's gab es Hausbälle und herrschte Jubel, Trubel und Heiterkeit. Man könnte noch sehr viel zu diesem Thema berichten, aber nun zum Schluß noch eine kleine Begebenheit zum Nachdenken. Der in unserer Stadt 1939 stattfindende Faschingszug wurde als einer der schönsten und ideenreichsten Faschingszüge in Bayern gewertet. Das Bild betrifft einen Festwagen aus diesem Zug. Thema lautete: Umleitung der geraden Hauptbahn in eine Tal- und Bergbahn, Ergebnis: Nur noch Lokalbahn. Dies war schon vor 60 Jahren Gesprächsstoff, der sich in der jetzigen Zeit wiederholt, obwohl auf einer Marktredwitzer Postkartenrückseite eingedruckt steht: Marktredwitz, die mitteleuropäische Verkehrs-Zentrale. Schnittpunkt der Verkehrslinien: Rom - Berlin - Stockholm und Paris - Prag - Moskau.


Teil 8 (vom 18. Februar 1998), Text und Bild: Christof Müller
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