Teil 3 - Vom Teufelsstein zum Felsenlabyrinth

Über den Teufelsstein wurde so manches schon geschrieben. Als Opferstätte für die germanischen Vorfahren diente er. Auch sprach man von einem wandernden Engel, der durchs Fichtelgebirge zog. Der Teufel folgte ihm in Schlangengestalt. Als der Engel bei Wölsau einen Felsblock sah, setzte er sich darauf um sich auszuruhen. Der hinterlistige Satan schlug mit einer Geißel nach ihm, traf jedoch nur den Felsen. Auf diesem waren alsdann Striemen und dort wo der Engel saß, war ein Kreuz eingedrückt. Diese Sagen können aufgrund einer vorhandenen Original-Niederschrift erst um 1907 entstanden sein.
In dieser Niederschrift wird berichtet, dass der ,,Teufelsstein“ ein Rest des Steinfelsens ist, der sich früher von der Wölsauer Straße (Staatsstraße) bis dorthin zog, wo sich der alte Steinbruch befand. Ein Steinschleifer aus Weißenstadt (um 1880) verarbeitete die Steine. Der Boden, als Ackerland geeignet, wurde von den bei der Bebauung lästigen Steinen (Findlinge) gereinigt. Aus dieser Zeit
datiert die Inangriffnahme des Steinbruches nordwestlich von Wölsau (etwa 250 m). Dieser Steinbruch kam besonders zu Ehren, als die Steine zum Sockel des Reichstagsgebäudes in Berlin vom Wölsauer Granit (Redwitzit) genommen wurden. Zu diesem Zwecke wurden Blöcke gewonnen, die mit acht paar Zugtieren bespannten Wagen befördert wurden. Ungefähr 60 Arbeiter waren dort beschäftigt. Das Grundwasser wurde per Leitung vom Steinbruch bis unterhalb der Staatsstraße in die Kösseine abgeleitet. Einige Jahre wurde in der Bearbeitung des Steinbruches ausgesetzt, dadurch füllte er sich mit Wasser. Durch den Straßenbau um 1966 verschwand allmählich der Steinbruch und jetzt, da die Autobahn entsteht, kommen wieder zahlreiche Findlingen zutage.Teil 3 (Original vom 15. Juli 1998), Text und Bild: Christof Müller
| zurück | weiter |






