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Teil 1 - Weihnachten vor 60 Jahren



Als noch der Weihnachtsbaum in der Mitte des Marktplatzes stand und beidseitig von Fuhrwerken und Autos umfahren werden konnte, kamen auch die Fußgänger zu ihrem Recht; da gab es keinen Streit um die Fußgängerzone. Weihnachten war damals noch ein Fest der Liebe und der Besinnung, ein Fest der Familie und ein Wunsch nach Frieden.
,,Frohe Weihnacht“ wünschte man sich in diesen Tagen und ,,ein glückliches neues Jahr“. Glück aber, so hat ein Weiser gesagt, gibt es nur kurze Augenblicke, Glück ist kein anhaltendes Gefühl. Was auf Dauer mehr ist, das ist Zufriedenheit.
Nun eine kleine Erzählung aus Großmutters Märchenkiste: Ein alter Aberglaube am Heiligen Abend vor Weihnachten besteht vielleicht heute noch, da gibt es Fische und Klöße (Karpfen). Wenn das Essen vorüber ist, werden die Fischgräten zusammengetan und am Abend noch zu einem Kreuzweg getragen. Das nennt man: ,,Es wird dem Specht Essen getragen.“ Bei dieser Gelegenheit wird am Kreuzweg jungen Leuten auch die Zukunft offenbart. Wo der erste Laut herkommt, aus dieser Richtung wird auch der Bräutigam kommen oder auch, wer ihnen auf dem Heimweg zuerst begegnet.


Teil 1 (Original vom 24. Dezember 1997), Text und Bild: Christof Müller
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